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Es ist schon krass, wenn du die Straße zum 16 Uhr-Zug hochläufst und dir plötzlich auffällt, dass du glücklich bist.“
Anna Maria Parteli

Anna Maria Parteli wurde am 16. Juli 2001 in Brixen geboren. Mit der Entdeckung ihrer Stimmbänder begann sie zu singen, und trat in der Grundschule der Neustifter Singschule unter Chorleiter Rudi Chizzali bei. Sie lernte Klavier und sang 9 Jahre lang in dem Kinderchor. Gegen Ende der Mittelschulzeit, in der sie auch das Gitarre spielen lernte, entwickelte sie eine gewisse Liebe zur englischen Sprache, verursacht durch National Geographic`s „Marvi Hämmer“-Hörbüchern und den Songs auf dem iPod ihres Vaters . Nach Abschluss der Mittelschule Oswald von Wolkenstein, wo sie den Musikzug besuchte, entschied sie sich wegen des weiten Weges gegen das Sprachengymnasium mit Musik in Bozen und meldete sich im Sozialwissenschaftlichen Gymnasium Brixen mit Landesschwerpunkt Musik an. Dort erhielt sie Geigenunterricht, was neben dem Traum, eines Tages als Meerjungfrau aufzuwachen, einen Mädchenwunsch erfüllte.

Zu Schreiben mit der Absicht, Worte klingen zu hören, entwickelte sich erst in der 2. Oberschule. Das Interesse an Englisch und Deutsch wuchs und im Deutschunterricht nahmen Erörterungen und Stellungnahmen immer öfter essayistische Züge an. Wie man so oft zu seinem Glück gezwungen werden muss ging Anna Maria erst auf die hartnäckige Empfehlung ihrer Deutschlehrerin hin zu einem schulübergreifenden Schreibworkshop mit Arno Dejaco. Dort kam sie auf den Geschmack des kreativen Schreibens. Selbstgeschriebene Lieder auf Englisch häuften sich, und das Schreibprojekt mit Arno Dejaco fand in einer Lesung in der Stadt Galerie Brixen einen erfolgreichen Abschluss. Die 5 Oberschülerinnen, die bis zum Schluss Teil des Projekts geblieben waren und mitgearbeitet hatten, trafen sich weiterhin und begannen unter dem Kollektivnamen „die Glühbirne“ Lesungen zu geben. Anna Maria übernahm dabei immer mehr die musikalische Umrahmung der Abende. Neben der Schule machte sie mit Freunden Musik in Hotels und war 2016 mit 2 selbstgeschriebenen Songs und einem Cover von Melody Gardots „If the Stars Were Mine“ Teil des Brixner Konzertevents „Brixtown Music Night“ unter der Organisation und Leitung von Klaus Ramoser. In Folge darauf erhielt sie die Gelegenheit, eine kleine Demo-CD im Studio von Audiotechniker und Publizist Elmar Albertini aufzunehmen („Audiowerkstatt“). 2016 war Anna Maria Finalistin der Südtiroler Autorentage in der Sparte Prosa.

Ihr Schreiben hatte sich inzwischen von den ersten kindlichen Gehversuchen in Beobachtungsschilderungen und Gedichten zu lyrischen, tagesreflektierenden Prosa- und Gedichtfragmenten verändert. Im Sommer 2019 absolviert sie ein Praktikum bei der Tageszeitung „Dolomiten“ und denkt ihre Zukunft seitdem immer konkreter in Richtung Journalismus.

Anna Maria ist seit 2018 Teil der katholischen Jungschar Milland sowie des Landesjugendchores Südtirol unter der Leitung von Johann van der Sandt.

Ihre Texte, mittlerweile hauptsächlich willkürliche, rhythmische-reimende Gedichte und expressive Kurzprosa, sind das Spiegelbild einer 1,56 cm großen, Erwachsen-werdenden jungen Frau.


+ Proa de letura

der abend wird viel zu schnell leise

 

der abend wird viel zu schnell leise und wohnt auf meinem fenstersims, weil

jeder tanz tanzt auf seine weise und fragt nicht wo die meere sind

das leben lebt sich von alleine deine beine tragen meine

meine wollen deine tragen doch sie trau’n sich nicht zu fragen

 

gestern noch wusste der kleine prinz warum mir traurig ist

heute sieht er wie ich weine und dass beides nicht dasselbe ist

und weil wir beide keine bleibe suchen nur für eine weile

macht uns angst wie himmelsdecken sich so weit vor uns erstrecken

 

morgen hast du mich geseh‘n und weißt, wie meinen himmel tragen

morgen wirst du mich verstehen doch kannst du’s mir nicht jetzt schon sagen?

die gesichter dieser welten wissen selten wie mir helfen

weil ich gerne all die sterne an meine zimmerdecke-entferne

 

der morgen wird zu schnell so laut und laute leute tanzen hell

ich habe an meinem ich gebaut, doch bitte wart, das geht nicht schnell

schließlich erschließt sich mir mein ich mit zeit und mut, doch sicherlich

kann ich nicht mehr was andre sagen dass sie’s haben rastlos jagen

 

in den straßen der gedanken zieh’n jetzt die gestalten frei

weil ich weiß dass ich dich lieb hab und es braucht nicht mehr dabei

wir brauchen nicht schon jetzt zu wissen was das ist was wir vermissen

unsre kleinen herzen schlagen in den tagen fest getragen